Geschichte
Vom Bauernhaus zum Zuhause – und weiter.
Die Anfänge
1957 geplant, 1959 erbaut – mitten in einer Zeit, in der man baute, um zu bleiben. Zum Anwesen gehörte von Beginn an eine landwirtschaftliche Fläche, die das Leben hier lange mitbestimmte. Das Nebengebäude diente als Stall für Schweine und Ziegen, als Lagerhalle, als Werkstatt und als Garage für Geräte und Fahrzeuge.
Der Komfort war der seiner Zeit: Das Abwasser versickerte in einer Grube, eine Zentralheizung gab es nicht. Was es gab, war ein solides Dach und Raum zum Leben – über mehr als vierzig Jahre, mit allem, was dazugehört: Höhen, Tiefen, Alltag und Feste. Häuser, in denen so lange gewohnt wird, tragen das in sich.
Ein neuer Anfang (ab 2005)
2005 kaufte mein Vater das Haus und gab ihm ein zweites Leben. Es war keine kosmetische Auffrischung, sondern eine Sanierung bis in die Substanz:
Hülle & Technik – neues Dach, umfassende Dämmung außen und im Dachgeschoss; Vollholz-Fenster und -Innentüren; eine Scheitholzheizung mit Heizkörpern in jedem Raum bis hinauf ins Dachgeschoss, ergänzt durch eine Solarthermieanlage mit Schichtspeicher; komplett erneuerte Elektrik mit Leerrohren sowie erneuerte Wasser- und Sanitärtechnik, deren Toilettenspülung aus einer regenwassergespeisten Zisterne kommt.
Räume – vollständiger Ausbau von Ober- und Dachgeschoss, freigelegte Holzdecken, versetzte und neu verputzte Wände, neues Parkett in Wohnräumen, Küche und Bädern, neue Fliesen im Treppenhaus. Dazu eine neue Dusche im Erdgeschoss, ein vergrößertes Bad im Obergeschoss, Terrassentüren in beiden Etagen und eine große Terrasse über zwei Etagen mit eigener Dachkonstruktion.
So wurde aus einem in die Jahre gekommenen Haus eine moderne, gut gedämmte Immobilie – mit einer Heiztechnik, die schon 2005 auf erneuerbare Energien setzte, lange bevor das gesetzlich gefordert war. Und mit einer Besonderheit: Weil Erd- und Obergeschoss je eigene Küchen- und Badanschlüsse besitzen, lassen sie sich getrennt bewohnen. Das Haus trägt eine große Familie ebenso wie zwei unabhängige Wohneinheiten – oder Wohnen und Arbeiten, Praxis und Büro unter einem Dach.
Was bleibt
Ehrlich gesagt: Nicht jedes Projekt wurde zu Ende geführt. Die Elektroinstallation ist in Teilen unfertig – nicht jede Leitung, die aus der Wand kommt, ist bereits angeschlossen – und sollte, wie auch die Wasser- und Sanitärtechnik, fachlich geprüft und vervollständigt werden. Auch die Heizung verdient einen zweiten Blick: 2005 vorausschauend gewählt, entspricht sie heutigen Standards und Anforderungen womöglich nicht mehr in jeder Hinsicht – das Heizsystem sollte fachlich begutachtet und über mögliche Verbesserungen nachgedacht werden. Das schöne Parkett zeigt stellenweise Gebrauchsspuren, einzelne Fenster und Türen schließen schwergängig, nicht alle Türzargen sind verklebt.
Das verschweigen wir nicht – es ist Raum für die eigene Handschrift. Wer hier einzieht, übernimmt gesunde Substanz und die Freiheit, die letzten Schritte nach eigenem Geschmack zu gehen.
Und gerade für junge Familien liegt darin eine Chance: Weil gesunde Substanz und ein ehrlicher Modernisierungsbedarf hier zusammenkommen, passt das Haus genau zu einem Förderprogramm, das den Kauf eines Altbaus mit anschließender Sanierung unterstützt – „Jung kauft Alt" der KfW. Was das bedeutet und für wen, steht auf der Seite Förderung.
Und weiter
Über sechs Jahrzehnte hat dieses Haus Menschen beherbergt. Jede Familie hat ihre Spuren hinterlassen, Wände versetzt, Räume geprägt. Jetzt steht die Geschichte an einem Punkt, an dem sie weitergeschrieben werden will.
Ein Zuhause sucht neue Bewohner –
bereit für die nächste Geschichte.